Grundofen
Der Grundofen in seiner klassischen Bauart wird vor Ort aus Schamotte aufgebaut. Er kommt bis auf die Ofentür, die Hafnerklammern bzw. Verbindungsstifte und den Rauchrohranschluss zum Kamin, völlig ohne Metallteile aus. Das Feuer wird im Brennraum auf dem Ofengrund entzündet.
Der Brennraum muss in seiner Form und Größe zu den anschließenden Zügen passen. Das Ganze wiederum muss so dimensioniert sein, dass der Kamin in der Lage ist, das Rauchgas vom Brennraum durch die Züge in den Kamin zu ziehen. Dieser Ofenkern wird jetzt mit einer weiteren Schamottemauer oder mit Kacheln ummantelt. Diese Ummantelung kann unterschiedlich dick sein. Von der Wandstärke hängt es ab, wie lange es dauert, bis der Kachelofen an seiner Oberfläche heiß wird. Man spricht von leichter, mittelschwerer oder schwerer Bauart. Bei einer leichten Bauart beträgt die Gesamtwandstärke ca. 8 – 10 cm. Bei voller Füllung des Brennraums mit trockenen Holz (Restfeuchte ca. 15 – 18 Prozent) erzielen Sie damit eine Heizleistung von ca. 1150 W/m². Von einer mittelschweren Bauart spricht man bei einer Wandstärke von ca. 10,5 – 12 cm. Bei voller Füllung des Brennraums erzielen Sie damit eine Heizleistung von ca. 930 W/m². Von einer schweren Bauart spricht man bei Wandstärken von ca. 12,5 – 14 cm. Damit erzielen Sie eine Heizleistung von ca. 700 W/m².
Die Aufheizzeit beträgt je nach Bauart beim leichten Grundofen ca. 1 Stunde und bei der schweren Bauart bis über 2 Stunden.
Für eine saubere Verbrennung ist es auch erforderlich, für genügend Sauerstoff im Brennraum zu sorgen. Da beim Grundofen keine separate Luftzuführung in den Brennraum besteht, muss dies durch die Fülltüre geschehen. Zu diesem Zweck verwendet man beim Grundofen in der Regel Ofentüren, die hinter der äußeren, dicht schließenden Tür noch eine zweite Feuerspritzschutztür mit ausreichend großen Luftschlitzen haben. Einen Aschekasten gibt es beim Grundofen nicht. Die am Ofengrund übrig bleibende Asche dient als Unterlage für das nächste Feuer. In einem guten Grundofen entsteht eine sehr hohe Abbrandtemperatur. Erst wenn kein offenes (gelbes) Feuer mehr in Grundofen brennt (nach ca. 1 Stunde) und nur noch ein blaues Glimmern über der Glut lieft, kann die äußere Brennraumtür geschlossen werden. Diese Tür ist so konstruiert, dass die Luftzufuhr in den Brennraum damit unterbunden ist. Die Glut im Brennraum verbraucht dann den noch vorhandenen Sauerstoff. Da so keine kühle Raumluft mehr in den Brennraum kommt, steigt die Brennraumtemperatur auf bis über 1050°C. Bei dieser hohen Temperatur reicht der im Holz gebundene Sauerstoff aus, die Glut noch über viele Stunden aufrechtzuerhalten. Das Holz wird dabei bis auf einige unverbrennbare Mineralstoffe und Metalle völlig verbrannt. Es fällt daher fast keine Asche an. Beim Grundofen wird die Wärme überwiegend als Strahlungswärme an den Wohnraum abgegeben. Die Schamotte im Brennraum erhitzen sich, speichern die Wärmeenergie des Feuers und leiten sie langsam an die Oberfläche weiter. Im Wohnraum entsteht keine staubaufwirbelnde Luftzirkulation, auch kommt es nicht zum Wärmestau an der Zimmerdecke.